SPD-Heringsessen mit Natalie Pawlik
Es braucht Mut und den nötigen Willen, um die großen Reformen anzustoßen und in unsere Infrastruktur zu investieren
Auch in diesem Jahr veranstaltete die SPD Karben ihr traditionelles Heringsessen am Aschermittwoch. Bei Heringen, Pellkartoffeln und Kaltgetränken kamen die Sozialdemokraten im ASV-Anglerheim in Klein-Karben zusammen.
„Ich freue mich, dass ihr alle gekommen seid,“ sagte die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Karben, Sarah Al Rachid, zur Begrüßung. „Ich möchte mich herzlich bedanken bei allen Helfenden für Organisation, Einkauf und tatkräftiger Mitwirkung an diesem Abend. Besonders freue ich mich, dass wir unsere erneut in den Bundestag gewählte Abgeordnete Natalie Pawlik zu Gast haben.“

Gleich zu Beginn ihrer frei gehaltenen Rede ging Pawlik auf das Ergebnis der Bundestagswahl ein. Das Ergebnis sei für sie enttäuschend, auch wenn ihr persönliches Erststimmenergebnis 8,1 Prozentpunkte über den Zweitstimmen lag. Pawlik sei überzeugt, dass die SPD sich neu aufstellen muss, eine starke Sozialdemokratie jedoch gerade in den Zeiten politischer Umbrüche und globaler Krisen gebraucht werde und eine große staatspolitische Verantwortung trage. Alle Parteien stünden jetzt vor der Aufgabe, Wählerinnen und Wähler für die Demokratie zurückzugewinnen und gleichzeitig die großen Herausforderungen zu meistern.
„Politik muss das Leben der Menschen spürbar verbessern. Dafür braucht es Mut und den nötigen Willen, um die großen Reformen anzustoßen und in unsere Infrastruktur zu investieren“, betonte Pawlik. „Wir brauchen finanziellen Spielraum, um unsere Schulen zu modernisieren, die Schiene auszubauen, die Wirtschaft in Schwung zu bringen, den Klimaschutz voranzutreiben, un-sere Städte und Gemeinden finanziell gut auszustatten, unsere Sicherheit ausreichend zu finanzieren und vieles mehr. Deswegen ist eine Reform der Schuldenbremse und ein Sondervermögen Infrastruktur dringend notwendig. Ich freue mich daher sehr, dass wir die Union davon überzeugen konnten, und dies ebenso in den Sondierungsverhandlungen vereinbart haben“ so die Bundestagsabgeordnete.
In den kommenden Wochen ginge es in Berlin darum, eine Einigung für das finanzielle Vorhaben im Bundestag zu erzielen, was die Grundlage für eine handlungsfähige neue Regierung sei. „Bei den Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD wird es darauf ankommen, auf Basis der Sondierungsergebnisse aufzubauen und zu konkretisieren. Es gibt wesentliche Unterschiede zwischen den Parteien, jedoch auch Gemeinsamkeiten und den Willen das Land nach vorne zu bringen“, zeigte sich Pawlik optimistisch, die für die SPD den Bereich Arbeit und Soziales in den Koalitionsverhandlungen mitverhandeln wird.
Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Karbener Stadtparlament, Thomas Görlich, überbrückte die Zeit bis zum Servieren der Heringe mit einigen launigen Ausführungen zu den Diskussionen über das vermeintliche Ausbleiben von Konsequenzen des SPD-Spitzenpersonals für die deftige Wahlniederlage. Doch nach der Wahl sei vor der Wahl.
„In einem Jahr um diese Zeit sind wir dran: Kommunalwahl in Hessen und in Karben. Wir freuen uns auf ein breit aufgestelltes SPD-Team an Kandidierenden und aktiv Helfenden“, beendete Görlich seine Ansprache und gab den Weg frei zum Verzehr der leckeren Speisen und Getränke.